Welterbe Heritage Elements Inventory Mapping

Das Welterbe - der außergewöhnliche universelle Wert (OUV) -, definiert durch die Kriterien, die Authentizität und Integrität und vom Welterbekomitee festgeschrieben, zu schützen und für die nächsten Generationen zu erhalten und weiterzuentwickeln, ist Kernaufgabe des Managements der Stätte und mit Aufgabe aller Beteiligten vor Ort. 

1997 bei der Einschreibung sowie auch in der Erarbeitung des Management Plans (2020) wurde es verabsäumt, einen Katalog mit Verortung dieser Charakteristika bzw. Attribute zu erstellen. Zentrales Mittel hierfür ist ein Inventar der Charakteristika, d.h. der Verortung der Attribute, bzw. der Kultur- und Landschaftselemente in digitaler Form zu erstellen. Das Inventar ermöglicht es so, dem Erhalt, dem Monitoring und der Weiterentwicklung einen Rahmen zu geben und auch die Vermittlung weiter zu gestalten. Die jetzt in Erarbeitung befindliche digitale Plattform hat zum Ziel, 

  • das kulturelle und historische Erbe der Welterbestätte zu erhalten, schützen  und pflegen, insbesondere für die  verpflichtenden Periodischen Berichterstattung   
  • Erstellung eines digitales dynamischen Anwendungstool (zur Inventarisierung von Elementen innerhalb der Welterbestätte)
  • Unterstützung und Verstärkung  der Vermittlungsarbeit des Vereins sowie von Partnerinstitutionen, insbesondere den Gemeinden und dem Tourismusverband 
  • Unterstützung von Planungen und Entscheidungen öffentlicher Belange
  • Verwendbarkeit der digitalen Plattform  für Wissenschaft & Forschung
  • Überwachungstool für das ICOMOS Monitoring

Es ist im Interesse des Tourismusverbandes Inneres Salzkammergut sowie des Welterbemanagements, einfach ausgedrückt, auf einer Karte die Orte zu identifizieren können, die den Wert der Welterbestätte ausmachen und damit auch Besucherströme zu lenken und auf Besonderheiten aufmerksam zu machen. 

Das Projekt wird von unterschiedlichen Institutionen unterstützt: Die Technischen Universität Wien (Aufnahmemethoden), dem Bundesdenkmalamt (Integration der Denkmäler, der Datenstrukturen und Standardisierung), dem BMKÖS und der ÖAW (Österreichische Akademie der Wissenschaften). Das Projekt wird über mehrere Jahre und in mehreren Schritten umgesetzt. 

Die Arbeiten haben im Herbst 2023 gestartet, im ersten Quartal 2024 wurde der methodische Rahmen definiert und im April 2024 ein “proof-of-concept” mit Studenten der TU-Wien durchgeführt. Diese Arbeiten haben gezeigt, dass zum Beispiel die Bootshäuser um den Hallstätter See, die Rechenanlage in Gosaumühle (für den Holztransport) oder auch die Seeklause in Steeg als Orte bzw. Themen bedeutend sind, heute aber noch in der Darstellung und dem Hintergrundwissen lückenhaft sind und bearbeitet, bzw. erforscht und beworben werden sollten. Es hat sich auch gezeigt, dass das Ziel nicht ein klassisches Kulturgüterkataster ist, sondern vielmehr ein qualifizierendes System auf der Basis der Attribute, ähnlich dem Schweizer ISOS.  

Diese Ergebnisse und Vorgehen ist auch für die Koordinierung und Entwicklung des Tourismus von Vorteil, da man auf der einen Seite den Akteur*innen in der Tourismusbranche ein einfaches Instrument zur Verfügung stellen kann, andererseits mithilfe von Broschüren und anderem Informationsmaterial den  Besuchern die Region näher bringen kann. 

Über den Sommer 2024 wurden die technischen und inhaltlichen Anforderungen gemeinsam mit dem ÖAW (https://www.oeaw.ac.at) weiter verfeinert und im Herbst 2024 tritt das Projekt in die konkrete technische Anpassung der Datenbank sowie den ersten Aufnahmen. 

Konkretes, messbares sowie öffentlich verfügbares Ergebnis wird die Integration der Plattform in die Webseite der Welterbestätte sein. Weitere wichtige Meilensteine sind die Datensicherung.

Mehrwert Tourismusverband und Nutzung der Daten / Karten

Die Daten, die durch die Kooperationen mit der TU-Wien, der HTBLA Hallstatt, dem Bundesdenkmalamt und anderen erhoben werden, sollen weiteren Partnern zur Verfügung gestellt werden. Die Daten selbst werden beim ÖAW - ACDH-CH gehostet und der Zugang und Verwendung muss nach den jeweiligen technischen Vorgaben umgesetzt werden. 

Die “Karten” 

Das System openatlas.eu  lässt unterschiedliche Nutzungen und Integrationen zu. Auch eine Vollintegration über zum Beispiel  mit “leaflet” in gängige CMS Systeme für Webseiten (Joomla, Drupal, Typo3 etc..) ist gegeben. Die Präsentation der Daten hängt aber immer von den Nutzern und den Zielen dieser ab.

Für den Verein Weltmanagement Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut (Welterbe HDS) steht die Erfassung und korrekte systematische Aufnahme im Vordergrund. Die Daten sind für das Monitoring und die Vermittlung verpflichtend.   

Rechte an den Daten

Rechte an den Daten (Karten und Themen) ergeben sich aus den Quellen. 

  • Bei den  Hintergrundkarten wird auf Openstreetmap (OSM)  zurückgegriffen, diese sind frei verfügbar. 
  • Bei den Daten des Denkmalschutzamtes werden, analog zum DORIS (https://www.doris.at/), die Daten zum archäologischen Erbe sowie den Denkmälern zur Verfügung gestellt und können auch gezeigt werden.
  • Naturschutzgebiete und besondere Schutzzonen werden über DORIS und den Digitalen Atlas Steiermark bezogen und stehen auch Dritten zur Verfügung. 
  • Die Schutzzonenkarten zum Welterbe stellt der Verein Welterbe HDS zur freien Nutzung zur Verfügung.
  • Alle Daten, die durch den Verein Welterbe HDS oder in den Kooperationen neu erhoben werden, zum Beispiel zu den Attributen (siehe oben) und Themen sind nach dem CC BY-NC-ND Prinzip, also Nennung des Autors, verfügbar.  
  • Für weitere Daten des Bundesdenkmalamtes wird ein spezielles Nutzungskonzept im September 2024 ausgearbeitet.