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HDS | Bernd Paulowitz | 2024

Besuchermanagement in der Welterbestätte

Die Welterbestätte Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut 

Hintergrund

Die Welterbestätte ist  Opfer der Attraktivität dieser einmaligen Miniatur der Alpen. Die Region, die Gemeinden und das Welterbemanagement stehen vor großen Herausforderungen aufgrund des massiven Touristenansturms. 

Im Zentrum steht natürlich Hallstatt mit etwa 750 Einwohnern. In der Hochsaison kommen täglich 8000 bis 10000 Tagesgäste. Diese Zahlen üben erheblichen Druck auf die Infrastruktur und das (all-)tägliche Leben der Einwohner, aber auch der Besucher aus.

Die Situation hat sich nach der Pandemie schnell wieder zugespitzt, was die Gemeinde zu verschiedenen Maßnahmen veranlasst.

 

Verschiedene Maßnahmen wurden schon getroffen 

  • Um den Touristenstrom zu regulieren, hat Hallstatt bereits einige Schritte unternommen:
    • Begrenzung der Reisebusse: Durch ein Slot-System wurde die Zahl der täglichen Reisebusse von 80-90 auf 40-45 reduziert. Busunternehmen müssen ein Zeitfenster buchen und eine Gebühr von 90 Euro entrichten.
    • Datenerfassung: Zählsysteme wurden installiert, die Bewegungsdaten speichert, um genauere Informationen über die Besucherzahlen zu erhalten.
    • Reduzierte Werbung: Die Werbung für Hallstatt wurde in asiatischen Märkten wie China, Japan, Südkorea und Indien komplett eingestellt.

Geplante und diskutierte Lösungsansätze

  • Die Gemeinde sucht mit Partnern nach Wegen, den Tourismus verträglich zu gestalten: Zentral ist hier eine Besucherlenkung und -reglementierung. 
  • Seit September 2023 arbeitet man hier über ein Leader Projekt dies umzusetzen.
  • Die Kernfrage lautet hier: Wie können wir den Tourismus und die damit verbundenen verkehrs- und sozialen Auswirkungen in Hallstatt steuern, lenken und begrenzen? 

Die Herausforderungen der Umsetzung weiterer Maßnahmen sind:

  • Infrastrukturelle Hürden: Selbst kleinere Änderungen wie die Installation einer Fußgängerampel erweisen sich als problematisch.
  • Wirtschaftliche Interessen: Eine Einschränkungen des Tourismus wird nicht von allen gleichermaßen gewünscht.
  • Ethische Bedenken: Einige Experten warnen vor dem kompletten Ausschluss von Menschen und sehen einen Unterschied zwischen der Sperrung eines Denkmals und der eines ganzen Dorfes.
  • Hallstatt steht vor der Herausforderung, einen Ausgleich zwischen dem Erhalt seines Welterbes, den Bedürfnissen der Einwohner und den wirtschaftlichen Interessen des Tourismus zu finden. Die Situation bleibt komplex und erfordert innovative Lösungsansätze.

Projekt Besucherlenkung und -reglementierung in Hallstatt

Seit September 2023 erarbeiten die Projektpartner eine konkrete Umsetzung zur Besucherlenkung und -reglementierung

  • Marktgemeinde Hallstatt - alle Fraktionen
  • Regionale Betrachtung → Einbindung der 3 Nachbargemeinden Obertraun, Bad Goisern, Gosau
  • LEADER-Region REGIS
  • UNESCO Welterbermanamgenent
  • Tourismusverband Inneres Salzkammergut
  • Parkraumgesellschaft Hallstatt
  • Betriebe wie Salzwelten, Hallstättersee-Schifffahrt und DAG
  • Land OÖ - Technischer Sachverständiger BH, Abteilung Straßenbau, Tunnel
  • Bund - Tourismus-Staatssekretariat

Das Projekt läuft bis Mitte 2026 und ab sofort sollen nachhaltige und praktikable Lösungen für das teilweise übermäßige Gästeaufkommen und den damit einhergehenden Verkehrsschwierigkeiten erarbeitet und umgesetzt werden. Im Projekt wird auf den Ergebnissen bisheriger Projekte und Konzepten aufgebaut. Mit innovativen Methoden wird versucht, neue Ansätze und Perspektivenwechseln in Workshops mit verschiedenen Akteuren und öffentlichen Beteiligungsveranstaltungen für die Gemeinde, aber auch den drei Nachbargemeinden Obertraun, Bad Goisern und Gosau, zu erarbeiten.

Der Fokus liegt auf der Kernfrage, wie der Tourismus und die damit verbundenen verkehrs- und sozialen Auswirkungen in Hallstatt gesteuert, gelenkt und begrenzt werden können? Ziel dabei ist es, den Lebensraum und den der umliegenden Gemeinde attraktiv zu halten und damit die Lebensqualität für die Einheimischen und den nächsten Generationen zu verbessern.

Gesteuert wird das Projekt von einem Kernteam. Die Steuerungsgruppe setzt sich u.a. zusammen aus allen Fraktionen der Marktgemeinde Hallstatt, der Parkraumgesellschaft Hallstatt, dem Tourismusverband Inneres Salzkammergut sowie aus einigen Vertreterinnen und Vertretern zentraler Betriebe.

Unterstützung erfährt das Kernteam den Prozessbegleitern Florian Sturm und Alexander Hader von Loop3, sowie den Verkehrsexperten Helmut Koch und Sebastian Reinberg von komobile, von der LEADER-Region REGIS, sowie von der UNESCO Welterberegion.

In der Auftaktveranstaltung forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rasche Lösungen. Zentrale Maßnahmen können allerdings nur realisiert werden, wenn es auch Unterstützung seitens des Landes und des Bundes gibt. Seitens der Gemeinde werden bereits die nächsten Schritte geplant, um möglichst zeitnah Ergebnisse zu erreichen und mit den zuständigen Landesstellen in Verhandlung zu kommen.

Logoleiste Leader OÖ
https://regis.or.at/

 

2024-05-13 Kick off Projekt Besucherlenkung und -reglementierung Hallstatt Zeitplan
HDS | Projektteam | 2023